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Architektur als Unterstützer auf dem manchmal steinigen Weg in das Erwachsenenleben: Das Gebäudeensemble Kinder- und Jugendhäuser „Anne Frank“ in Tangermünde, das ALHO im Auftrag des DRK Kreisverbandes Östliche Altmark e.V. realisierte, zeigt, dass dies möglich ist (Bild: ALHO Holding GmbH).
Architektur als Unterstützer auf dem manchmal steinigen Weg in das Erwachsenenleben: Das Gebäudeensemble Kinder- und Jugendhäuser „Anne Frank“ in Tangermünde, das ALHO im Auftrag des DRK Kreisverbandes Östliche Altmark e.V. realisierte, zeigt, dass dies möglich ist (Bild: ALHO Holding GmbH).

Funktionale und dennoch familiäre Architektur

Dass Architektur ein Unterstützer auf dem manchmal steinigen Weg in das Erwachsenenleben sein kann, beweist ein Gebäudeensemble in Tangermünde, das ALHO im Auftrag des DRK Kreisverbandes Östliche Altmark e.V. realisierte. Der familiäre Charakter der Jugendhäuser „Anne Frank“ bietet Mädchen und Jungen mit emotionalen und sozialen Entwicklungsbedarfen einen sicheren Rahmen, um gesund aufzuwachsen. Entworfen wurden die drei farbenfrohen Wohnriegel und das dazugehörende Verwaltungsgebäude vom Bauplanungsbüro Hackel & Preß aus Havelberg. ALHO passte die Planung der flexiblen und schnellen Modulbauweise an und baute das Ensemble in einer Baurekordzeit von nur 5 Montagetagen vor Ort auf. „So rasant hat das DRK noch nie gebaut“, freut sich der Bauherr.

Kinder sind ganz und gar „Familienmenschen“. Das klingt zunächst einmal sehr positiv, bedeutet aber auch, dass sie im Guten wie im Schlechten vollständig auf ihre Eltern angewiesen sind. Können diese ihrer Betreuungs- und Erziehungspflicht nicht oder nur unzureichend nachkommen, haben die Kinder schlechte Voraussetzungen, in ein glückliches und erfolgreiches Leben zu starten. Der DRK hat es sich zur Aufgabe gemacht, Kinder und Jugendliche in dieser Situation zu unterstützen. Das gelingt jedoch oft nur, wenn sie aus ihren Ursprungsfamilien genommen und von pädagogisch geschulten Personen außerhalb betreut werden. Birgit Schleinig, Einrichtungsleiterin der DRK Kinder- und Jugendhäuser „Anne Frank“, die mit ihrem Team vorbereitend das innovative Nutzungskonzept der Einrichtung in Abstimmung mit dem Landesjugendamt erarbeitete, sagt dazu: „Unsere pädagogische Zielsetzung ist, dass die Kinder und Jugendlichen an einem familienähnlichen Leben teilnehmen. Durch personelle Kontinuität erfahren sie Zuverlässigkeit und emotionale Stabilität. Sie lernen von und miteinander und erlangen so immer mehr Eigenständigkeit und Selbstbewusstsein, um für ihr späteres Leben fit zu werden. Unsere neuen Jugendhäuser zeichnen sich in sehr hohem Maße durch eine familiäre Wohnatmosphäre aus und bieten Erziehern und Mitarbeitern des DRK ein modernes und praxisorientiertes Arbeitsumfeld. So können wir zukunftsweisend und nachhaltig im Sinne der Kinder und Jugendlichen wirken“.

Modulbauweise überzeugt und wirkt identitätsstiftend

Bevor die neue Gebäudegruppe auf einem eigens dafür gekauften Grundstück an der Heerener Straße Ende 2016 bezogen werden konnte, waren die insgesamt 48 Kinder und Jugendliche in vier Häusern an unterschiedlichen Standorten untergebracht, was die Verwirklichung eines einheitlichen pädagogischen Konzepts deutlich erschwerte. Darum war die Realisierung einer zentralen Anlaufstelle dem DRK in Tangermünde eine regelrechte Herzensangelegenheit. Das zeigte sich auch in dem großen Engagement, mit dem die Mitarbeiter/innen den Baufortschritt „ihrer“ Jugendhäuser begleiteten: So nahmen sie beispielsweise die im Werk in Morsbach präzise vorgefertigten und mitten in der Nacht per Schwertransport in Tangermünde angelieferten 41 ALHO Raum-Module persönlich in Empfang und begrüßten die Fahrer mit heißen Getränken, bevor die Montage mit anschließender Ausbauzeit von 12 Wochen starten konnte. „Da wir nun alle unsere Angebote an einem Standort vereinen, ist ein optimales gruppenübergreifendes Arbeiten möglich. Wir wollten keine Masseneinrichtung, kein heimähnliches Unterkunftsgebäude, sondern kleine, individuelle Einheiten. Den Architekten und ALHO ist das sehr gut gelungen“, beurteilt Birgit Schleinig die heutige Situation.

Gelungene Modulbau-Adaption

Ursprünglich waren die Gebäude von den beauftragten Architekten Hackel & Preß als Massivbauten geplant. Durch diverse Bauaufgaben die ALHO bundesweit mit dem DRK bereits realisiert hatte, war der Modulbau-Spezialist dem Bauherrn gut bekannt. Nach der Besichtigung eines Referenzgebäudes in ALHO-Modulbauweise wurde darum beschlossen, die Gebäude in Tangermünde ebenfalls als Modulbauten ausschreiben zu lassen. Erneut konnte ALHO mit seinem Angebot überzeugen und erstellte im Anschluss die Werkplanung des Gebäudeensembles.

„Meine anfängliche Skepsis gegenüber der von mir noch nicht geplanten Modulbauweise ließ sich bei dem Besuch des ALHO Wohngebäudes schnell beseitigen“, sagt der Architekt Hans-J. Preß. „Der moderne Modulbau stellt qualitativ eine hochwertige Alternative zu konventionellen Bauweisen dar. Für den Architekten bedeutet es zwar eine andere Art der Planung, ein Denken im Raster und ein sich Festlegen auf Details bereits in einem frühen Stadium, doch dies bereitet unserem Büro keine Schwierigkeiten. Die Zusammenarbeit mit ALHO war geprägt von hoher Fachkompetenz. Besonders beeindruckt hat mich die nahtlose Verbindung zwischen teilvorgefertigten Modulen und der perfekten Fertigstellung vor Ort durch die Ausbaugewerke. Größter Vorteil für den Architekten mit dem Modulbauer als Generalunternehmer ist die Arbeits- und Zeitersparnis, weil die Koordination einzelner Gewerke entfällt. So können wir uns schneller wieder kreativen Aufgaben widmen“, freut sich Preß.

Gemeinsam leben lernen

Die drei zweigeschossigen, barrierefrei gestalteten Wohnriegel gruppieren sich auf dem Gelände um einen Technikturm. Er beherbergt die zentrale Energieversorgung aller Gebäude via Wärmepumpe und übernimmt die Funktion einer ausgelagerten Treppen- und Aufzugsanlage für die Laubengangerschließung der Obergeschosse. Damit konnten in den Gebäuden Verkehrsflächen eingespart und wertvolle Wohnfläche gewonnen werden. Der etwas separat angeordnete Verwaltungsbau ist zur Straße hin orientiert und verfügt über ein eigenes, internes Treppenhaus. In seinem Erdgeschoss ist die Tagesgruppe untergebracht.  Dort sind unter anderem Hausaufgabenräume, Spielzimmer und verschiedene Gruppenräume  angeordnet, das Obergeschoss beherbergt die Verwaltung mit diversen Büro- und Besprechungsräumen, einem großen Gruppenraum  sowie Räume für die Einrichtungsleitung, Psychologen, Elterncoach oder Familienhilfe.

Da die Gebäude von Kindern unterschiedlicher Altersstufen bewohnt werden, unterscheiden sie sich in ihren Raumprogrammen. Die großzügigen Wohndielen mit Küchenzeile und angrenzenden Hauswirtschaftsbereichen sind als Gemeinschaftsflächen in allen Häusern nahezu identisch, werden jedoch um individuelle Therapieräume ergänzt. So gibt es Spielzimmer für die Kleinsten, Computerraum, „Klassenzimmer“ und Hausaufgabenbetreuung der Lehrerin für die Schüler sowie Räume für Aggressionsabbau, Sport und Entspannung. Gewohnt wird in Einzelzimmern, Doppelzimmern oder Mutter-Kind-Zimmern mit dazugehörenden Sanitärbereichen. Das Konzept sieht vor, dass die Erzieher als feste Bezugspersonen mit den Kindern in einer familiären Gemeinschaft zusammenleben. Darum haben auch sie ihre Apartments in den Häusern.

Die harmonisch aufeinander abgestimmten Farbkonzepte der einzelnen Gebäude – in hellem Grün, hellem Rot und hellem Blau – zeigen sich nicht nur an den wärmegedämmten Putzfassaden, sondern spiegeln sich auch in der Innenraumgestaltung wider: an Türblättern, Bodenbelägen, Wänden, dem Mobiliar und sogar bei den Wohntextilien. „Von der ersten Stunde an waren wir als Nutzer in die Konzeption der Gebäude fest eingebunden“, so Birgit Schleinig. „Die Kinder, Jugendlichen und auch die Erzieher identifizieren sich daher sehr mit den neuen Häusern und fühlen sich sehr wohl. Wir haben nun wunderbar helle Räume und vor allem das Farbkonzept kam sehr gut an. Durch die räumliche Nähe können sich die Pädagogen nun optimal unterstützen, genauso, wie wir es konzeptionell wollten.“

Die Erfahrung der Architekten und des Bauherrn mit dem Bauprojekt war so positiv, dass Hackel & Preß als Folgeauftrag derzeit die Entwurfsplanung für den Neubau einer viergruppigen Kita für das DRK erarbeiten: Wieder in Modulbauweise und wieder mit ALHO.

Weitere Informationen: www.alho.de