Virtuelle Messen werden zum festen Bestandteil des Marketings

Seit dem Frühjahr 2020 erleben virtuelle Messen einen enormen Bedeutungszuwachs. Nach der Absage aller realen Messen griffen viele Unternehmen schnell zu diesem virtuellen Pendant, um den Kontakt mit ihren Kunden und Interessenten zu pflegen und über Neuigkeiten zu informieren. Die Zufriedenheit der meisten Kunden mit diesem One2one-Format war überraschend hoch. Wir gehen davon aus, dass virtuelle Messen ein wichtiger Bestandteil im zukünftigen Marketing der Unternehmen sein werden.

Messeabsagen schufen Raum für neue virtuelle Formate

An die Ausprägung virtueller Räume und dreidimensionaler Darstellungen von Produkten wurde bisher in aller Regel schon aus Zeitgründen nicht gedacht. In den meisten Fällen handelt es sich um größere und mehrgliedrigere Videokonferenzen – eher Tagungsformat, denn Messe. Der Inhalt besteht meist aus Vorträgen, die live gehalten oder eingespielt werden. Die Zuschauer werden über Chatfunktionen eingebunden. Zum Einsatz kommen also technische Tools, die es schon seit rund 10 Jahren im Unternehmensalltag gibt. Zur Anknüpfung an die verloren gegangenen Messe-Anlässe werden häufig einige zweidimensionale Abbildungen des ursprünglich geplanten Messeauftrittes eingebettet oder Empfangssituationen am Unternehmensstandort simuliert.

Die Vorteile von virtuellen Messen

Auch wenn der Vergleich mit echten Messen wie oben beschrieben nicht ganz passend ist, virtuelle Messen haben eine Reihe von Vorteilen:

  • Keine Baukosten, keine Kosten für Maschinen und Exponate
  • Geringe technische Kosten
  • Kein großes Vertriebsteam vor Ort über mehrere Tage notwendig
  • Keine Hotelkosten, keine Miete von Messeflächen
  • Inhalte in der Regel mindestens teilweise schon vorhanden
  • Keine Reisekosten und Reisezeiten für die Zielgruppen
  • Kein Infektionsrisiko für Veranstalter und Zuschauer
  • Relativ kurzfristig und kostengünstig realisierbar

Virtuelle Messen aus einer Hand sorgen für Sicherheit und Stringenz

Virtuelle Messen bestehen ähnlich wie Messeauftritte oder Events aus vielfältigen Facetten. Diese Elemente alle einzeln zu koordinieren, erfordert einen hohen Aufwand und viele spezielle Kompetenzen. Ein reibungsloser Ablauf und eine störungsfreie Übertragung in hoher Qualität sind Pflicht, wenn der Dialog zu wichtigen Zielgruppen geführt werden soll. Aus diesen Gründen geben Unternehmen virtuelle Messen häufig komplett oder sehr weitgehend in unsere Hand. Wir koordinieren die verschiedenen Gewerke und Experten dann bereits im Hause:

  • Unterstützung bei der Bestimmung Ziele, Zielgruppen, Themenfindung, Wege der Umsetzung, Zeitpunkt, Budgetierung
  • Detailkonzeption, Detailplanung, Budgetüberwachung
  • Entwicklung von Veranstaltungstitel, Veranstaltungsdesign, Werbemitteln
  • Informationsarchitektur, Storyboard/ UX-Design, Entwicklung aller interaktiver Elemente
  • Entwurf virtueller, begehbarer Räume und 3D-Renderings von Maschinen und Produkten
  • Programmierung
  • Entwicklung und Realisierung von Textmanuskripten, Charts, filmischen Beiträgen,
  • Moderation von Expertenrunden und Publikum
  • Regie, Übertragungstechnik, Simultanübersetzung, Aufzeichnung von Beiträgen
  • PR-Unterstützung
  • Digitale Werbung in Fachportalen, Social-Media und Google-Ads
  • Betreuung Social-Media-Kanäle
  • Anbindung an CRM-Systeme
  • Analytik

Was uns bei virtuellen Messen auszeichnet

Wir verfügen über jahrelange Erfahrung in allen einzelnen Segmenten, die für virtuelle Messen benötigt werden, und sind es gewohnt, diese zu komplexen Projekten zusammen zu fügen. Gerne geben wir Ihnen im Detail Auskunft zu einigen Projektbeispielen virtueller Messen, die für große Konzerne und bekannte Marken realisiert haben.

Rufen Sie mich in Stuttgart an oder schreiben Sie mir:

Markus Rahner, Tel. +49 0711-16446-61
markus.rahner@ruess-group.com

Vom Produkt zum Thema: Erfolgsfaktoren für virtuelle Messen

Während bei Messen durch die Vielzahl an Ausstellern viele Besucher angezogen werden und jeder Aussteller auch von der Attraktivität und dem Publikum der anderen Aussteller profitiert, so entfällt dieser Effekt bei einer individuell veranstalteten virtuellen Messe. Nur wer sich aktiv registriert und sich zum Startzeitpunkt pünktlich einloggt, kommt in den Genuss der Informationen. Das bedeutet, das Versprechen, das angebotene Thema muss für die Zielgruppe eine hohe Relevanz haben. Eher absenderorientierte Themenschwerpunkte, wie kleinere evolutionäre Technologie-Weiterentwicklungen finden außer bei den Top-Marken des jeweiligen Branchensegments nur kleinere Teilnehmerkreise.

Höhere Teilnehmerzahlen versprechen das Einbinden echter Kunden, externer Experten, spezialisierter Partner oder ein breiter internationaler Erfahrungsaustausch. Auch bekannte Testimonials oder Moderatoren können die Veranstaltung aufwerten.

Welche Ziele mit virtuellen Messeauftritten erreichbar sind

Bei passender Themenwahl und bei einem gut überlegten Programm können im B2B-Kontext bei einer virtuellen Konferenz pro Tag durchaus einige hundert bis über tausend Teilnehmer verzeichnet werden. Das sind Größenordnungen, die meist höher liegen, als die Zahl der Leads pro Tag auf einem realen Messestand – bei vielfach geringeren Kosten.

Gegenüber einer realen Messe ist die Qualität der Leads aufgrund der relativ hohen Einstiegshürde höher und der Streuverlust geringer. Dafür handelt sich in aller Regel eher um Marketing-Leads, denn um Sales-Leads. Denn der persönliche Austausch über die Themen und Bedürfnisse der Zuschauer unterbleibt aufgrund der Gruppengröße. Das heißt, die Kontakte müssen intensiver nachbearbeitet und nachqualifiziert werden.

Wie die virtuelle Messe eine hohe Zahl von Teilnehmern bekommt

In der Regel reicht die Zielgruppe virtueller Messeauftritte über die Kontaktdaten hinaus, die im CRM-System bisher gespeichert sind. Gezielt soll der Event dazu dienen, die Kontaktbasis – teilweise international oder auch weltweit – zu erweitern. Mit digitalen Kampagnen in Fachportalen, mit Google-Ads und mit Social-Media-Werbung wird der Event beworben und Anmeldungen gesammelt. Pressearbeit in Print, vor allem aber in den digitalen Fachportalen verstärken die Reichweite nochmals immens. Ergänzend unterstützen Posts in den Social-Media-Kanälen, auf der eigenen Website sowie Newsletter- oder E-Mail-Kampagnen. So sorgt die virtuelle Messe mit ihrer Vorfeld-Werbung für Präsenz und Werbewirkung in den Zielgruppen, ähnlich nochmals die Nachberichterstattung. Diese Werbewirkung reicht über den eigentlichen Anlass hinaus. Mit Hilfe des CRM-Systems kann die Nacharbeit teilweise automatisiert erfolgen.

Virtuelle Messen Digitalagentur Ruess Group Content

Vom Einzel-Event zur Serie: Anregungen für eine Strategie

Virtuelle Messen oder virtuelle Tagungsformate etablieren sich als lebendiges Format des One2One-Marketings zwischen realen Messen und Direktmarketing-Formaten. Sie bieten einen willkommenen Anlass für eine breite mediale Aufmerksamkeit und den Auftakt in den noch persönlicheren Dialog durch den Vertrieb. Im Gegensatz zu den eher produktorientierten Messen orientieren sie sich eher an den Themeninteressen der Zielgruppen. Dieser Change ist für viele Unternehmen nicht ganz einfach zu bewältigen. Fast stets sollte gleich zu Beginn der Konzeption überlegt werden, ob gegebenenfalls kleinere Folgeformate den thematischen Reigen ergänzen und den Kundenkontakt bzw. die Leadgenerierung verstetigen können. Es ist davon auszugehen, dass viele Unternehmen die Zahl der internationalen Messepräsenzen zugunsten von virtuellen Messeauftritten in Teilen reduzieren werden, nachdem viele Fachmessen nicht mehr die Effizienz früherer Tage bringen. Eine ähnliche Reduktion könnte für die im B2B-Bereich so wichtigen, reichweitenstarken Print-Medien ins Haus stehen. Warum für die mediale Reichweite Geld ausgeben, wenn die Zielgruppe sehr gezielt und nachweisbar auch relativ direkt erreicht werden kann – wenn auch mindestens teilweise mithilfe der digitalen Reichweiten der Fachportale. Im Gegenzug wird die Wertschätzung des persönlichen Kontakts, des schnellen Marktüberblicks und des Live-Erlebnisses zunehmen, gerade weil er nicht mehr die Regel sein wird.

Virtuelle Messen werden sich schnell weiterentwickeln

Die aktuellen virtuellen Messen stellen sicherlich nur eine erste Phase in der Evolution der virtuellen Events dar. Auf der einen Seite sind die filmischen Formate noch bei weitem nicht ausgereizt. Sie können noch viel lebendiger, persönlicher, vielfältiger und interaktiver werden: Unternehmens-TV mit Rückkanal. Auf der anderen Seite werden die virtuellen Erlebnisse durch die schnell zunehmenden technischen Möglichkeiten sicherlich ausgebaut werden. Schon jetzt setzen wir Spiele-Engines ein, um selbst kreierte virtuelle Räume begehbar zu machen und das Markenerlebnis zu steigern. Dauerhafte oder befristete virtuelle Showrooms werden folgen. Sie können als unterstützendes Instrument vom persönlichen Vertrieb beim Besuch oder als individuelles Kundenerlebnis eingesetzt werden.

Mixed-Reality-Formate werden zunehmen

Spannend werden auch die Kombinationen von virtuellen Messen und realen Messen oder Betriebsführungen werden. Ein Teil der Zielgruppe oder des Vertriebs ist im realen Raum aktiv, ein anderer Teil der Zielgruppe nimmt virtuell Teil. Dabei können die virtuellen Teilnehmer wiederum in Form von Diskussionsbeiträgen oder Fragen auf das reale Geschehen Einfluss nehmen. Die Möglichkeiten sind vielfältig und bei weitem noch nicht ausgelotet. Grenzen scheinen die virtuellen Medien im Moment noch bei gemeinsamen Ideenentwicklungsprozessen oder gemeinsamen Erlebnissen zu haben. Das Echte scheint hier bis auf Weiteres nicht zu schlagen.