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Theegarten-Pactec
Markus Rustler und Dr. Egbert Röhm, die Geschäftsführer von Theegarten-Pactec. (Bild: Theegarten-Pactec / Fotograf: Ronald Bonss)
Markus Rustler und Dr. Egbert Röhm, die Geschäftsführer von Theegarten-Pactec. (Bild: Theegarten-Pactec / Fotograf: Ronald Bonss)

Exzellenz in der Nische: Interview mit der Geschäftsführung von Theegarten-Pactec, Markus Rustler und Dr. Egbert Röhm

Verpackungsmaschinen für kleinstückige Süßwaren sind das Spezialgebiet von Theegarten-Pactec. Ein entscheidender Erfolgsfaktor ist die internationale Ausrichtung. Im Interview sprechen die Geschäftsführer Markus Rustler und Dr. Egbert Röhm unter anderem über aktuelle wirtschaftspolitische Situationen, weltweite Verpackungstrends der Süßwarenindustrie und Pläne des Unternehmens für die Zukunft.

Markus Rustler: Der Neubau hat eine Optimierung unserer Abläufe in Fertigung und Produktion ermöglicht. Wir haben mehr Fläche gewonnen und mit einem modernen Arbeitsumfeld zudem ideale Voraussetzungen zum kreativen Arbeiten für unsere Mitarbeiter geschaffen. Nach Fertigstellung des letzten Bauabschnitts im Frühjahr 2017 sind wir dann erstmal gut für das anstehende Wachstum aufgestellt.

Was bedeutet für Sie Wachstum?

Dr. Egbert Röhm: Wachstum ist wichtig und gut, aber nicht um jeden Preis. Grundsätzlich steht bei uns eine langfristige Ausrichtung im Vordergrund. In erster Linie geht es darum, dass wir unsere Nische exzellent besetzen mit innovativen und zukunftsweisenden Lösungen. Daraus ergibt sich ein kontinuierliches Wachstum von selbst.

Und welchen strategischen Kurs verfolgen Sie langfristig?

Dr. Egbert Röhm: Wir sind in unserem Segment – dem Primärverpacken von kleinstückigen Süßwaren – nach wie vor Weltmarktführer. Wir bieten als eines der wenigen Unternehmen nicht nur eine große Vielzahl an unterschiedlichen Faltarten, sondern auch Maschinen mit diversen Leistungsspektren: von einfachen, mittleren bis hin zu Hochleistungsmaschinen. Gleichzeitig sind wir Innovationsführer. Auch in Zukunft wollen wir dem Markt immer einen entscheidenden Schritt voraus sein. Dafür stecken wir einen Großteil an Energie und Engagement in unsere Forschungs- und Entwicklungsarbeit. Derzeit arbeiten allein 90 von unseren insgesamt 400 Mitarbeitern in diesem Bereich. Jährlich investieren wir hier außerdem rund 10 Prozent unseres Umsatzes.

Und worauf legen die Entwickler bei Theegarten-Pactec momentan besonderes Augenmerk?

Dr. Egbert Röhm: Hier gibt es mehrere Themen. Wir beschäftigen uns mit der Softwareentwicklung, um Maschinen effizienter sowie intuitiver bedienbar zu machen. Wir verbessern unsere Maschinen permanent in Richtung Selbstdiagnose, Anleitung zur Fehlerbehebung über Touchpanels etc. Gleichzeitig hat auch die Mechanik nach wie vor einen hohen Stellenwert bei uns, weil reine Zahlencodes natürlich noch kein Produkt verpacken. Wir sind dafür bekannt, dass wir solide Maschinen konstruieren und bauen. Solide in Bezug auf Qualität und Langlebigkeit. Unsere Maschinen sind bis ins letzte Detail durchdacht. Um dauerhaft erfolgreich zu sein, muss man diese Leistungsversprechen immer wieder einlösen. Und daran arbeiten unsere Entwickler Tag für Tag.

Theegarten-Pactec generiert seinen Umsatz zu über 90% im Exportgeschäft. Welche wirtschaftspolitischen Entwicklungen haben Ihre Geschäfte in letzter Zeit am meisten beeinflusst und wie bewerten Sie die aktuelle Situation?

Markus Rustler: In Russland und der Ukraine war die Nachfrage eine Zeitlang verhalten, da es Unsicherheiten in den Märkten gab. Hier hat die Nachfrage aber gerade in den letzten Monaten wieder sehr stark angezogen. Die Krisen im mittleren Osten spüren wir nur minimal. Wir haben nach wie vor Aufträge in Ländern wie Jordanien, Kuwait, in den Vereinigten Arabischen Emiraten, in Saudi Arabien und in Ägypten. In Südamerika ist der Markt aufgrund der wirtschaftspolitischen Gegebenheiten momentan eher schwieriger. Brasilien ist vor allem durch die Wirtschaftskrise belastet. In Argentinien hingegen spürt man nach vielen ruhigen Jahren jetzt nach dem Regierungswechsel eine gewisse Aufbruchsstimmung.

Wie entwickeln sich für Sie die Märkte und wo sehen Sie die größten Wachstumsmärkte?

Markus Rustler: Das ist nicht eindeutig vorhersagbar und schwankt von Jahr zu Jahr. Westeuropa würde ich momentan eher als stagnierend bezeichnen. Die USA hat hingegen in den letzten zwei Jahren deutlich angezogen. Afrika wird sich auf absehbare Zeit weiter entwickeln. Ebenso gehe ich davon aus, dass auch Russland und Anrainerstaaten in den nächsten Jahren stark bleiben werden. In Südamerika ist insbesondere Mexiko interessant. In Asien sind vor allem Indien und China wichtig für uns,   da der Stellenwert von Süßwaren hier in den nächsten Jahren sicher zunehmen wird.

Welche Verpackungstrends sehen Sie aktuell in der Süßwarenindustrie in der Welt?

Markus Rustler: Mit der Globalisierung wird die Produktion von höherwertigen Süßwaren auch in Entwicklungsländern ein Thema. Oftmals herrschen in diesen Weltregionen anspruchsvolle klimatische Verhältnisse. Daher gewinnen Schutzverpackungen hier mehr und mehr an Bedeutung. Also Verpackungen, die nicht nur schön aussehen, sondern das Produkt beispielsweise hermetisch dicht verpacken und dadurch optimal schützen. Diese Art der Verpackung ist gerade in Weltregionen wichtig, wo Wärme, Feuchtigkeit oder auch Insektenbefall große Themen sind, zum Beispiel in n Ländern der tropischen Klimazone wie Indonesien und Kenia. Hier werden Süßwaren oft noch am Kiosk oder Straßenrand einzeln anstatt in schützenden Gebinden wie Tüten oder Kartons verkauft. Daher arbeiten wir zurzeit daran, dass wir neben dem Schlauchbeutel künftig auch andere attraktive Verpackungsarten mit diesen schützenden Eigenschaften anbieten können.

Wie verhält es sich mit der Forderung nach Flexibilität?

Dr. Egbert Röhm: Klar, dieser Megatrend ist unser stetiger Begleiter. Die Nachfrage nach verschiedenen Formen und Geometrien fordert eine höhere Flexibilität unserer Maschinen. Der Umbau zwischen unterschiedlichen Einschlagarten, aber auch zwischen diversen Produktformaten muss so schnell und einfach wie möglich realisierbar sein.

Markus Rustler: Da sprechen wir nicht nur von unterschiedlichen Einzelproduktgrößen, sondern auch davon, dass es zunehmend mehr saisonale Produkte gibt. Sei es Ostereier für Ostern, Schokokugeln für Weihnachten oder unterschiedliche Geleesorten für das Sugar Festival nach dem Ramadan in der arabischen Welt – um nur einige Beispiele zu nennen. Eine Maschine muss sich also bestmöglich auf unterschiedlichste Aufgabenstellungen umrüsten lassen. Hier schließt sich auch schon das nächste Schlagwort an: Effizienz.

Inwiefern spielt Effizienz außerhalb Europas eine Rolle?

Markus Rustler: Das Thema gewinnt weltweit an Bedeutung. Selbst in Ländern, die noch vergleichsweise relativ geringe Lohnkosten haben. Aber egal wo man hinschaut, die Personalkosten steigen mit zunehmender Industrialisierung überall und die Personalressourcen verknappen sich. Unter dem Strich zählt: Je effizienter Produkte unserer Kunden auf den Maschinen verpackt werden können, umso schneller amortisieren sich initiale Investitionskosten. Insofern ist das immer ein entscheidender Punkt – egal in welche Weltregion man blickt.

Vielen Dank, Herr Rustler und Herr Dr. Röhm für das Gespräch

Mehr Informationen auf: www.theegarten-pactec.com